Haben Sie für sich vorgesorgt?

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Nach dem Willen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sollen Selbständige dazu verpflichtet werden, privat oder über die gesetzliche Rentenversicherung für das Alter vorzusorgen. Wie sieht es als selbständiger Vertriebsexperte mit Ihrer eigenen Altersvorsorge aus?

Mandate abarbeiten, neue Kunden an Land holen, den Markt beobachten, die Buchhaltung führen, regulatorische Anforderungen beachten. Den eigenen Ruhestand finanziell abzusichern, wird bei all diesen Aufgaben von vielen Beratern und Vermittlern gerne einmal auf die lange Bank geschoben. Doch wie sieht es mit Ihrer eigenen Rente einmal aus? Sind Sie als selbständiger Vertriebsexperte noch in der gesetzlichen Rentenversicherung? Oder sorgen Sie privat für den Lebensabend vor?

Diese Fragen sind nicht banal, denn was die wenigsten wissen: Wer als Berater oder Vermittler mindestens 5/6tel seiner gesamten Betriebseinnahmen aus der Zusammenarbeit mit nur einer Vertriebsgesellschaft oder einem Pool erzielt, ist in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, drohen unter Umständen horrende Nachzahlungen.

Sie können für Ihre Altersvorsorge zum Beispiel freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Das ist eine Überlegung wert, wenn zum Beispiel während der Ausbildung oder der Kindererziehung Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung gesammelt wurden. Diese Anwartschaften und Rentenansprüche würden – sofern die Mindestversicherungspflicht von fünf Jahren noch nicht erreicht ist – verfallen.

Auch die staatlich geförderte Rürup-Rente – eigentlich Basisrente genannt – ist vor allem für diejenigen geeignet, die eben nicht pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung sind. Auch aus steuerlichen Gründen ist die Rürup-Renten interessant, denn wie wird nachgelagert besteuert. Mit anderen Worten: Sie mindern jetzt mit den Einzahlungen Ihre Steuerlast und profitieren im Alter vom ohnehin niedrigeren Steuersatz.